Das Paradoxon der Integrität
Bin ich jemals wirklich fertig? Über den richtigen Moment, sich mit der eigenen Arbeit zu zeigen – und warum Aufregung, Zweifel und Sicherheit gleichzeitig da sein dürfen.

Gibt es den einen richtigen Moment, mit seiner Selbstständigkeit nach draußen zu gehen? Sich zu zeigen und eigenverantwortlich für seine eigene Arbeit einzustehen? Ohne eine Firma im Hintergrund zu haben, auf die man sich berufen kann? Über deren Vorgesetzte und Strukturen man sich beschweren kann?
Ziemlich wahrscheinlich nicht.
Doch worauf habe ich dann all die Jahre gewartet? Darauf, dass ich alles Wissen verinnerlicht und wirklich bis ins kleinste Detail gelebt habe? Dass ich es wirklich bis ins Letzte verkörpere?
Insbesondere in einem Unternehmen, in dem andere Menschen in ihren Prozessen begleitet werden sollen, fühle ich einen selbst auferlegten Druck. Wie soll ich Raum halten und begleiten, wenn ich parallel dazu selbst an meinen Themen feile? Mich nie wirklich fertig fühle. Obwohl ich all den Erfolg bei meinen Klienten sehe, wenn sie aus meinen Sitzungen kommen.
War ich jemals wirklich fertig?
Bei aller Ehrlichkeit stelle ich mir die Frage:
„Habe ich mich in all meinen vergangenen Jobpositionen überhaupt jemals wirklich fertig gefühlt?"
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit in meinem Studium zur Polizeikommissarin. Als wir im Praktikum mit Waffe, Pfefferspray und Schlagstock ausgestattet auf die Straße geschickt wurden. Nur mein Kollege und ich. Nach nur 1,5 Jahren des Studiums bewältigten wir gemeinsam polizeiliche Einsätze.
Da habe ich mich alles andere als fertig gefühlt. Insbesondere mit der Sorge, dass mein Fehlverhalten im Worst Case Menschenleben gefährden oder kosten könnte. Damals hieß es: Augen zu und durch. Und es hat geklappt :).
Alles darf gleichzeitig da sein
Auch heute bin ich mir der Verantwortung den Menschen gegenüber bewusst, denen ich Raum für ihre eigenen Prozesse halte. Selbstverständlich fühle ich dabei Aufregung, Anspannung und viele andere Emotionen zur selben Zeit.
Doch sind das Indizien, die mir sagen, ob ich ready bin oder nicht? Ganz sicher nicht. Denn aus meiner Sicht gehören alle diese Emotionen gleichzeitig ins Hier und Jetzt. Wenn ich ehrlich hinschaue, ist da so viel zur selben Zeit, dass es gar keinen Sinn macht, mich von nur ein oder zwei Emotionen wie Angst oder Aufregung leiten zu lassen.
Ich erlaube mir, dass alles gleichzeitig da sein darf. Ohne dass eine Emotion besser oder schlechter ist als die andere. Und in dieser Erlaubnis und dem ehrlichen Hinsehen gehe ich meinen Weg als Unternehmerin.
Ohne Maske und Plattitüden
Wem bringt es etwas, wenn ich mir vorspiele, super cool und ohne das Bewusstsein über meine Emotionen mit meinen KlientInnen zu arbeiten? Vorgebe, das Leben verstanden zu haben und ohne menschliche Empfindungen Prozesse begleite?
Dabei meine ich nicht, dass meine Empfindungen übernehmen und mich wild von A nach B schmeißen oder ständig starke Gefühle auslösen. Nein. Es geht vielmehr um ein authentisches Auftreten, ohne Maske und Plattitüden.
Wir Menschen sind sensibel. Sowohl als Kind als auch im Erwachsenenalter nehmen wir mindestens unbewusst wahr, wenn uns jemand etwas vorspielt. Wir reagieren auf Unstimmigkeiten. Auch wenn wir sie nicht immer direkt benennen können. Das zeigt sich auch körperlich, zum Beispiel in der Herzratenvariabilität, einem Maß dafür, wie gestresst oder entspannt unser Nervensystem ist.
Aus Ordnung entsteht Kohärenz
Wenn wir versuchen, etwas zu verbergen und zu leugnen (auch uns selbst gegenüber), entsteht innerlich Dissonanz. Unser Nervensystem ist nicht kohärent. Menschen spüren das.
Doch: Unser Nervensystem deeskaliert, sobald wir aufhören, uns zu verstellen. Das ist keine esoterische Annahme – dafür gibt es neurobiologische Erklärungsansätze.
Unsicherheit und Sicherheit, Aufregung, Freude und Angst, Wissen und Nichtwissen. All das nehme ich wahr, wenn ich mein Business nach draußen präsentiere. Und je mehr ich mir dessen gewahr werde und Erlaubnis gebe, da zu sein, desto besser kann sich alles ordnen.
Aus dieser Ordnung entsteht Kohärenz. Und das spüren alle. Menschen fühlen sich wohl, können sich fallen lassen und schöpfen Vertrauen.
Meine Räume sind sicher
Also gehe ich meinen Weg als Unternehmerin. Mit allem, was ist. Nicht gefangen in meinen Empfindungen, sondern gemeinsam in vollem Gewahrsein mit ihnen. Und in diesem Ganzen nehme ich eines ganz klar wahr: Sicherheit. Über mich und meine Räume. Denn ich weiß:
Egal wie stark der Sturm ist – meine Räume sind sicher.
Wenn du diese Sicherheit suchst, dann bist du bei mir richtig. Denn dann kann bei dir etwas passieren, was in solchen Räumen oft passiert: Du kannst loslassen und ganz du sein. Ohne Maske, ohne Uniform.
Und davon ausgehend kannst du beginnen, dir Stück für Stück ein integres Leben aufzubauen. In dem das Innen und Außen zusammenpassen. Du hast die Chance, dir ein Leben zu gestalten, das sich stimmig für dich anfühlt und in dem du klare Entscheidungen treffen kannst.
Fertig und unfertig zugleich
Also? Was spricht noch dagegen?
Fertig und unfertig zugleich stehe ich hier, als Wegbegleiterin.
Wenn auch du spürst, dass du keine Lust hast, ein Leben verborgen hinter Masken zu führen – sondern mit all deinen menschlichen Empfindungen ein stimmiges Leben im Innen und Außen leben möchtest –, dann melde dich bei mir. Ich begleite dich in diesen Prozessen. Ohne dass du dafür dein ganzes System infrage stellen und aufgeben musst.
Wahre Integrität beginnt, wenn du aufhörst, deine Zweifel vor dir selbst zu verstecken.
Wie gehst du heute mit deiner größten Unsicherheit um?
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Lass uns in einem unverbindlichen Erstgespräch schauen, was gerade bei dir dran ist.
Erstgespräch vereinbarenDie Inhalte dieses Blogs dienen der persönlichen Inspiration und Reflexion. Sie ersetzen keine medizinische, psychologische oder psychotherapeutische Beratung. Mehr dazu in den rechtlichen Hinweisen.